Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

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Steilkurve
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Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Steilkurve »

Hallo zusammen,

nachdem ich nun seit gut 20 Jahre Carrera bzw. Slotautos sammle - vorzugsweise im Maßstab 1/24 - und ich in der Vergangenheit allenfalls kleinere Reparaturen selber vorgenommen habe, möchte ich jetzt mit der schon lange gehegten Überlegung Ernst machen und mich an die Reparatur bzw. das Selberbauen von Slotcars heranmachen.

Ich den letzten zwei, drei Jahren haben sich ein paar Bausätze im Maßstab 1/24 angesammelt, die ich attraktiv finde, vor allem Rennwagen aus den 60er/70er-Jahren (z.B. ein Chaparral 2G, ein March 707 oder ein Scarab), aber auch ein Aston Martin DB4, ein Datsun SR311 oder ein Lamborghini Miura.

Starten und erste Erfahrungen sammeln möchte ich aber mit dem Carrera Porsche 911 RSR. Das ist mein absoluter Carrera-Favorit und ich habe da so den üblichen Fuhrpark inklusive einiger Testshots, die schon mehr oder weniger schön komplettiert wurden.
Nun habe ich vor längerer Zeit mal ein paar Testshots (nur die Karroserie mit Scheibeneinsatz) in weiteren Farben erworben und möchte diese nun komplettieren. Dafür habe ich auf Börsen und in der Bucht RSRs im "Schrott"-Zustand gekauft. Diese will ich schlachten und mit dem Material (Chassis, Inlet, Scheinwerfergläser, ...) die Testshots fertigstellen. Mit dem ersten Auto habe ich begonnen und schon gehen die Fragen los. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir mit dem einen oder anderen Tipp weiterhelfen könntet:

1. Reinigung Chassis:
Das zerlegte Modell hatte gefühlt den Dreck, Staub und Fussel von 40-50 Jahren Betrieb angesammelt. Ich habe das Chassis zerlegt und in Wasser mit Spülmittel eingelegt und dann mit der Zahnbürste geschrubbt. Empfiehlt es sich, noch weitere Reinigungsschritte zu unternehmen? Insbesondere an den Achsen?

2. Felgen: Ich lese immer wieder, dass die Felgen poliert wurden, aber womit und wie? Auto-Chrompolitur und von Hand?

3. Reinigung/Wartung Motor:
Der Motor (Bühler) läuft, war aber auch sehr dreckig. Den habe ich mit einen Pinsel gesäubert. Zwischen Motor und Zahnrad waren auf der Welle so viele Fussel, dass der Umfang der Welle fast dem des Zahnrades entsprach. Diesen Zwischenraum habe ich mit einer feinen Pinzette sauber bekommen. Was tue ich, um den Motor zu warten? Ölen? Wenn ja, wo? Welches Öl ist empfehlenswert?

4. Reinigung Karosserie:
Ich habe gelesen, dass man am Besten einfach mit einem weichen Baumwolltuch polieren soll. Gibt es sonst noch Tipps? Ggf. Verdünnung benutzen, um Klebereste zu entfernen?

5. Zusammenbau
Von den Standardschrauben des Chassis' scheint ja immer eine oder mehr zu fehlen. Ich war heute in zwei Baumärkten, bin aber nicht fündig geworden. Die Schrauben haben wohl das Maß 3*10, ich habe aber nur 3*13 (Blechschrauben) gefunden. Gibt es eine Quelle für die Schrauben? Zu lange Schrauben können ja echt gefährlich für die Karosserie werden...

Öle ich die Achshalter?

6. Decals
Ich habe mir schon einen Decalbogen gekauft und auch Nummernaufkleber, die sich leider als zu groß herausgestellt haben.
Welche Tipps habt Ihr für die Verarbeitung der Wasserschieber-Decals? Wenn lackiert wird, werden die Wasserschieber ja immer noch mit einer Schicht Klarlack versiegelt. Die Testshots wollte ich aber gar nicht lackieren, damit stehe ich nämlich auf dem Kriegsfuß. Habt Ihr einen Tipp?
Oder soll ich doch Aufkleber verwenden? Gibt es die für den RSR?

So, das war's erst einmal mit meinen Fragen. Es kommen bestimmt noch einige hinzu. Ich hatte versucht, das eine oder andere aus den bestehende Threads herauszulesen, aber die sind manchmal sehr lang...

Vielen Dank noch einmal im voraus für Eure Hilfestellungen!

VG Leonhard

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Carrera124
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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Carrera124 »

Öl nur an den Motor, nirgends sonst. Sonst hast du ruckzuck eine Stelle, die Staub und Dreck magnetisch anzieht.

Poliert wird gerne mit Handydisplay-Politur oder einfach mit Zahnpasta.

Wasserschieber einfach auf die unlackierte Karosserie und gut. Klarlack kann drüber, muss aber nicht. Mancher Klarlack (z.B. der von Tamiya) greift Wasserschieber sogar an.

Schrauben hat man normalerweise mehr als genug aus diversen Schlachtfahrzeugen C6/Dino ;)

Ansonsten würde ich nicht päpstlicher sein als der Papst ;) wenn du bei den Testshots einen Neuhierl-ähnlichen Look erzielen willst, muss es nicht in Hochglanz ausarten (meiner Meinung nach).
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Musa350
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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Musa350 »

Oh, Chris war schneller...na dann trotzdem.

Uff, wo fängt man da an. Am besten der Reihe nach. :lol:

Zu 1:
So habe ich auch angefangen, mit Spülmittel. Inzwischen habe ich einen kleinen Borstenpinsel und gehe "trocken" vor. Einfach kräftig auspinseln, geht alles ab.
Für Achsen nehme ich ein Schleifvließ und poliere diese auf Hochglanz. Ist gefühlvoller als Schleifpapier.

Zu 2:
Habe ich auch mal gemacht. Mit kleinen Drahtbürstenaufsätzen für die Proxxon. Die Felgen laufen aber irgendwann wieder an. Ein Perfektionist darin ist Holgib.

Zu 3:
Für das Ölen von Motoren verwende ich Öl aus dem Modellbahnbereich. Meins kommt von Faller und hat eine winzige Kanüle an der Flasche. Aber wenn dann vorsichtig und ganz wenig.

Zu 4:
Bloß keine Verdünnung!!! Damit schrottest du mehr. Trockenes Tuch und in hartnäckigen Fällen Chrompolitur. Dran denken, mit letzterer löst du schnell Streifen und sonstige auflackierte Deko. Damit kriegst du aber auch mit viel Geduld Kratzer aus Scheiben.

Zu 5:
Schrauben sammle ich von Schrott Auto Beifängen. Wobei ich die eigentlich immer rette...
Achslager ölen, kann man machen. Lager auf die Seite schieben, Öltropfen drauf, Lager zurück und auf dem Tropfen drehen, Lager wieder weg, Achse trockenreiben, Lager wieder auf Position und fertig.
Ich persönlich öle nur noch Metall auf Metall Lagerstellen. Bei allem anderen ist der Erfolg durch die erneute Schmutzaufnahme beim Fahren durch das Öl getrübt.

Zu 6:
Tja, lackieren...da sind wir wohl Seelenverwandte. Ist auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung.
Decals weiche ich in Wasser mit einem Tropfen Spüli ein. Das macht sie weich und für die meisten Fälle geschmeidig genug. Überlackieren schützt, erspare ich mir jedoch. Geht einer ab, klebe ich ihn mit einem Klebestift für Papier wieder an

So, dann viel Spaß beim Lesen. Alle Angaben sind meine persönlichen Erfahrungen/Vorgehensweisen. Da hat wohl jeder sein Geheimrezept. Speziell beim Thema Öl hat jeder sein Zaubermittel und einige spülen die Motoren sogar mit Isopropanol. Eine zeitlang habe ich mit Fett Reiniger experimentiert, inzwischen fahre ich sie einfach bloß wieder frei. Nach ein paar Runden kommt die alte Kraft in den meisten Fällen zurück.

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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Steilkurve »

Carrera124 hat geschrieben:Öl nur an den Motor, nirgends sonst.
Hierzu noch eine Detailfrage: Wo genau öle ich den Motor? an den beiden Stellen, wo die Welle aus dem Block herauskommt?

Steilkurve
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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Steilkurve »

@Chris & @Musa350: Danke für Eure ausführlichen Rückmeldungen

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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Steilkurve »

Noch eine Frage zum Richten der Karossen: Beim RSR kann man ja häufiger beobachten, dass die letzte Säule (die ca. im 45Grad-Winkel verläuft) geknickt ist und von der Scheibe etwas absteht.
Kann man das richten? Mit dem Föhn erwärmen und dann versuchen, zurechtzubiegen? Sollte dazu der Glaseinsatz raus?

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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Musa350 »

Gern geschehen, und zu deinen neuen Fragen:

Motoren ölen:
Genau, an beiden Seiten der Motorwelle. Notwendig ist das aber erst wenn der Motor danach schreit. :lol:
Solange er leise und ruhig läuft ist alles ok.

Und wenn ölen, wie gesagt nur sehr wenig. Ein winziger Tropfen, besser ein halber, reicht vollkommen. Zuviel, und die Motorkohlen sind hinüber und mit ihnen der ganze Motor.

Man kann zwar theoretisch die Kohlen tauschen, aber in den meisten Fällen brechen die hauchdünnen Haltebleche ab. Der sichere Tod von jedem Motor.

Karosserien richten:
Da kann ich dir leider nicht helfen. Manche beherrschen das, ich nicht. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass von mir mit Wärne, egal ob heißes Wasser oder Fön, gerichtete Karosserien nicht lange gut aussehen. Sie bekamen alle ihre Verformungen irgendwann zurück und oft sogar schlimmer als vorher.

Muss aber nicht heißen, dass es nicht geht. Ich kann es nur offensichtlich nicht. ;)

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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Musa350 »

Ach ja, zum Thema Reinigen einer Karosserie von Kleberesten habe ich aktuell was im "Restaurationen 124" Beitrag geschrieben.

An einem Porsche C6 hab ich heute WD40 getestet. Ist aber noch nur eine Momentaufnahme. Ob sich durch den Einsatz dieses Alleskönner Öles irgendwas am Kunststoff verändert, bleibt abzuwarten.

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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von wolsad »

Ich hab mir vor Jahren mal ein preiswertes Ultraschall Gerät zugelegt.Ich meine um 20 Euro.
Da hab ich kürzlich mal meine Achsen Sammlung in Bioreiniger eigelegt.Nach dem ersten Durchlauf hatte ich noch eine schwarze Suppe.Beim dritten waren die Achsen fast wie Neu.Da gleiche funktioniert auch mit den alten Chassis.Mit Motoren hab ich es noch nicht gemacht,da ich zum Trocknen keine Druckluft aus der Dose habe.Mit Karossen hab ich es noch nicht gemacht.Soll aber laut Katsche auch funktionieren.Zum Ölen nutze ich auch Faller.
PS: Die meisten bunten 124 RSR Karossen sind aus Neuhierl Zeiten "Nachtschicht" Modelle und keine Testshots.

Grüsse
Wolfgang

Schur
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Re: Ein Haufen Fragen am Beginn meiner Bastelkarriere

Beitrag von Schur »

Teste mal für den Motor Slotcaröl,gibts im Netz,oder für in den Motor Slick7 "Vodoo" und dann fahren,von dem Vodoo nur ganz wenig nehmen,überschüssiges Öl kannst du an den Motor und Achslager mit Pfeifenreiniger da diese saugen sicher entfernen.Ruf nei weiteren Fragenan ,die Nummer hab ich dir ja schon wegen der 908er Karossegeschickt.Ach ja ich komme übrigens aus Wuppertal,am besten ist bei mir E-Mail,die Lese ich jeden Tag:hartmutschur@gmx.net,so nun Liebe Grüsse und schönen Sonntag noch,Hartmut

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